Startseite

Achtsam mit Wörtern sein

Anregung zum Tag der Wertschätzung

Achtsam mit Wörtern umgehen

Wenn wir anderen (kritisches) Feedback geben möchten, uns etwas beschäftigt oder wir uns über etwas ärgern, halten wir unsere Emotionen meist zurück und sprechen es vermeintlich „neutral“ und sachlich an.

Doch schnell „rutschen“ uns Wörter heraus, die dann doch unsere innere Haltung zum Ausdruck bringen. Und das nervt oder verletzt unser Gegenüber mehr, als hätten wir unsere Gefühle mitgeteilt und die für uns schwierigen Punkte klar angesprochen…

Typische Signalwörter dafür – also Wörter, die dem Gegenüber unsere  innere Stimmung offenbaren –, sind: aber, immer, nie, (schon) wieder, eigentlich, ich dachte, du hattest gesagt…

Ein paar Beispiele:
"Diesen Text hast du gut geschrieben, aber die Rechtschreibung könnte besser sein."
"Du hast wieder nicht aufgeräumt. Immer liegt hier alles herum. Nie machst du Ordnung."
"Ich dachte, du wolltest nicht mehr rauchen."
"Du hattest gesagt, du schreibst den Pressetext noch."

Verwenden wir diese Wörter, sagen wir also nicht ehrlich und klar, was uns bewegt und wie es uns damit geht, sondern senden die Informationen verpackt.

Wie können wir es so formulieren, dass unsere Bedürfnisse deutlich werden UND die andere Person sich nicht gemaßregelt fühlt?

Das schauen wir uns anhand der konkreten Beispiele einmal an.

Signalwörter erkennen

... ABER ...

Das „ABER“ kommt uns schnell über die Lippen. Wir sind es einfach gewohnt, Anregungen in der Reihenfolge „Nette Aussage + aber-Einschränkung“ auszudrücken. Meist ist es uns aus der Kindheit sehr vertraut.

Und genau deshalb triggert es uns auch, wenn andere es sagen: Wir kennen diese „versteckte“ Kritik von unseren Eltern. „Die 2 in Mathe ist prima, aber in Deutsch musst du noch besser werden.“ „Die Küche sieht jetzt ordentlich aus, aber dein Zimmer könnte auch mal einen Reinigung brauchen.“ Erinnern Sie sich….? : )

Wirkung: Der erste Teil für sich alleine würde sich positiv anfühlen. Doch durch den zweiten, „verbessernden“ Teil kann man ihn freudig annehmen. Vielmehr bekommt er einen bitteren Beigeschmack und wirkt nun negativ oder wie eine Farce.

Was können wir stattdessen machen? Zum Beispiel ein UND WENN wählen. Oder das ABER einfach weglassen.

Nehmen wir noch einmal unser Beispiel: „Diesen Text hast du gut geschrieben, aber die Rechtschreibung könnte besser sein“. 

Alternativen könnten lauten:

„Diesen Text hast du gut geschrieben und wenn du noch die Rechtschreibung überarbeitest, ist er auch formal in Ordnung.“
„Diesen Text hast du gut geschrieben. Du könntest noch an der Rechtschreibung feilen.“

Anregung zum Tag der Wertschätzung als Download

Formulierung ändern

Formulierung verändern. Gefühle zulassen.

Auch folgende Sätze sind sicherlich uns allen bekannt: „Du hast schon wieder nicht aufgeräumt. Immer liegt hier alles herum. Nie machst du Ordnung.“ Bewirken sie eine Verhaltensänderung? Nein, natürlich nicht. Sie provozieren nur eine ärgerliche Antwort der anderen Person.

Was können wir stattdessen sagen?

Hier helfen folgende vier Schritte:
1. Situation wertungsfrei (!) und sachlich beschreiben
2. Eigene Gefühle ausdrücken (mit Worten, nicht mit Lautstärke)
3. Bedürfnis formulieren
4. Konkrete Bitte äußern
    oder
    Frage formulieren (ist meist hilfreicher, da es dem anderen die Möglichkeit
    eröffnet, eigene Ideen und Bedürfnisse einzubringen)

Für unser Beispiel würde sich das so anhören:

„An den vergangenen drei Tagen lagen deine Bücher, Zeitungen und Notizen morgens auf dem Esstisch. Das ärgert mich. Ich möchte gerne direkt frühstücken können und dafür einen freien Esstisch haben.
Mit Bitte: Bitte bring vor dem Zubettgehen deine Sachen ins Arbeitszimmer.“
Oder mit Frage: „Wie könnten wir das ändern, was wäre für dich eine gute Lösung?“

Bei der FRAGE kann Person B ihr Bedürfnis mit einbringen und eine eigene Lösung finden, die von Person A nicht angedacht wurde, z. B.: „Ich möchte meine Sachen gerne liegen lassen können,  wenn ich an einem Projekt arbeite. Ich schlage vor, ich arbeite künftig vom Arbeitszimmer aus.“

 

Anregung zum Tag der Wertschätzung als Download

hearty-Card

Kleine Zeichen der Wertschätzung

Schon einzelne Wörter können dazu führen, dass sich bei unserem Gegenüber „die Nackenhaare sträuben“. Aber, eigentlich, immer, nie, wieder…. Wir laden dazu ein, hier achtsam zu sein mit der Wortwahl bzw. sich selbst zu beobachten, wann und warum wir solche Signalwörter verwenden.  Unsere Karte möchte Sie daran erinnern.
Geben Sie die Karte gerne auch an Kolleg(inn)en weiter oder stellen Sie sie im Gemeinschaftszimmer auf.

Postkarte bestellen

E-Card downloaden


Kein Motiv verpassen: Mit unserem Abo zum Tag der Wertschätzung erhalten Sie neben monatlichen Übungen und Anregungen immer ein Paket mit den aktuellen Postkarten. : )

Mitmachen