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03.10.2017

Gedanken und Anregungen zum Tag der Wertschätzung am 3. Oktober 2017

Zu jedem Tag der Wertschätzung nehmen wir uns einen Aspekt der Wertschätzung vor und geben dazu kleine Gedankenanregungen.

Diesmal beschäftigen wir uns mit dem Thema Freiheit.

Wertschätzung ist...

Wertschätzung ist, …
… Freiheit zu schenken.

Dieses Mal möchten wir hinschauen, wie andere uns dazu bringen, das zu tun, was sie möchten. Und wie auch wir oft unbewusst „manipulieren“, um Gewünschtes zu bekommen. Und wie und warum wir es besser anders machen könnten.

Wir lernen, arbeiten und helfen gerne, wenn wir es aus freien Stücken tun, in der Form, wie es uns gemäß ist und wenn wir uns dabei als „Subjekt“ empfinden. Häufig jedoch behandeln uns andere als „Objekt“. Sie möchten uns bewegen, etwas zu tun, was SIE wollen oder was SIE für richtig halten. Gerne versuchen auch WIR, andere zu manipulieren. Ganz häufig läuft das alles unbewusst ab. Und zurück bleibt häufig meist ein unbehagliches Gefühl, das wir nicht so genau zuordnen können…

Um dies zu ändern, brauchen wir Klarheit. Wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse, Werte und Grenzen kennen und kommunizieren, können wir für andere verlässlich sein in dem, was wir tun und auch nicht tun (wollen). Und wir können andere um etwas bitten und ihnen dabei die Freiheit lassen, wie sie sich entscheiden, und auch ein Nein akzeptieren.

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Gedankenspiel

Gedankenspiel: Freiheit schenken - sich und anderen

Warum sind wir so leicht manipulierbar?

Grundsätzlich einmal möchten wir alle anerkannt und geliebt werden. Also richten wir unser Tun darauf aus, was anderen gefällt. Das ist ganz normal – es hat uns in unserer Kindheit das Überleben gesichert. Denn als ganz kleines Kind waren wir davon abhängig, dass sich andere um uns kümmern, uns versorgen. Die (unbewusste) Angst dahinter: „Wenn ich nicht lieb bin, kümmern sich die anderen nicht um mich. Dann bin ich allein. Und wenn ich allein bin, muss ich sterben.“
Wir haben uns also angepasst und nach den anderen gerichtet („Objekt“) – und wir haben überlebt. So haben wir die tiefe Erfahrung gewonnen, dass dieses wohl ein sinnvolles Verhalten ist. Und deshalb wenden wir es immer wieder an – wenn andere etwas von uns wollen und auch, wenn wir etwas von anderen haben möchten.

Wie kommen wir raus?

Was können wir tun, um nicht in das Reaktionsmuster zu verfallen?
Selbst wenn wir uns die im Hintergrund ablaufenden Prozesse bewusst machen („Wenn ich an dieser Stelle nein sage, muss ich NICHT sterben.“),  wird es immer wieder Unbehagen erzeugen, anderen eine Bitte abzuschlagen.
Und das ist der springende Punkt: Wir können das Unbehagen nicht vermeiden. Vielmehr ist es wichtig, das Unbehagen als normalen Bestandteil zu akzeptieren, es also nicht wegzudrücken, sondern im besten Fall sogar auszusprechen. „Es bereitet mir Unbehagen, deine Bitte abzuschlagen. Und gleichzeitig ist mir wichtig…“

Klarheit durch innere „Richtschnur“

Hilfreich ist außerdem, wenn wir in uns ein gutes Gefühl, ein positiv besetztes Bild, aufrufen können, das stärker ist als die Angst, nicht gemocht zu werden. Ein solches Bild kann zum Beispiel erzeugt werden durch unseren übergeordneten „Sinn“, unsere Werte und unsere Lebensvorstellungen . Dieses Bild dient uns quasi als Richtschnur. Wenn wir es in uns aufrufen und in unserer Klarheit bleiben, stärkt es uns innerlich, und zwar mehr, als uns das Neinsagen Angst macht.
Wir müssen dann nicht „gehorchen“ und uns auch nicht wappnen, um den Wunsch abzuwehren (durch Totstellen oder Ärgerlichwerden.)

Das folgende Beispiel verdeutlicht dies noch einmal.

Beispiel:
Nehmen wir nun die Situation aus dem Beispiel von vorhin: „Gut, dass du noch da bist! Diese Präsentation muss bis morgen fertig werden. Ich weiß, DU lässt mich nicht im Stich, DU bist mir immer eine verlässliche Hilfe. Ich hole mal schnell die Unterlagen und dann powern wir los, ok?“
Die spontane Reaktion darauf können folgende Gedanken sein: „Da braucht jemand Hilfe. Und er glaubt, ICH könne ihm helfen, und vielleicht auch nur ich. Wenn ich ihm die Unterstützung nicht gebe, geht es ihm schlecht, er wird dann auch negativ über mich denken.“
Das ist erst einmal unangenehm. Das darf es auch sein, das ist normal.
Nun rufe ich mein Bild („Familie“) in mir auf. „Ich liebe meine Arbeit und gleichzeitig möchte ich genügend Zeit für meine Familie haben. Mir ist es wichtig, vor dem Zubettgehen der Kinder zu Hause zu sein.“

Nun kann ich hinhören, ohne zu stark getriggert zu werden, und kann auch Alternativen anbieten. „Ich helfe dir immer gerne. Gleichzeitig ist mir meine Familie sehr wichtig. Ich fahre daher jeden Tag spätestens um 18 Uhr heim. Heute habe ich also keine Zeit mehr. Morgen Vormittag könnte ich mir jedoch eine Stunde freischaufeln. Wie kann ich dich dann unterstützen?“

Mein Gegenüber muss das nicht gutheißen. Aber ich bewahre meine innere Integrität meinen Werten gegenüber und lasse mich nicht zum Objekt machen.  

Anregung zum Tag der Wertschätzung als Download

hearty-Card

Kleine Zeichen der Wertschätzung

Sind wir uns unserer Werte, Bedürfnisse und Grenzen bewusst? Kommunizieren wir sie deutlich? Akzeptieren wir die Grenzen anderer?

Unsere Karte möchte Sie daran erinnern, immer wieder zu hinterfragen, ob Sie sich selbst und anderen Freiheit schenken in den Entscheidungen. Geben Sie sie gerne auch an Kolleg(inn)en weiter oder stellen Sie sie im Gemeinschaftszimmer auf.

 

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